Dogsharing-Blog

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Dogsharing Stories #1: Saskia und Hook

von 10.10.2020

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.

Hook und ich sind zueinander gekommen, wie die Jungfrau zum Kinde. Von Anfang an lief alles anders, als geplant. Was als wahre Achterbahn begann, entwickelte sich durch Dogsharing zu einem wahren Segen.

Das ist unsere Geschichte

Meine Geschichte beginnt in Hildesheim, wo ich damals mit meiner damals 2 Jahre alten Bulldogge Wilma lebte. Wilma leidet seit ihrem 9. Lebensmonat an Epilepsie. Sie war seit einiger Zeit symptomfrei – das sollte sich im Laufe der Geschichte aber leider ändern.

Bei mir stand viel an. Mein Freund und ich planten 2017 unseren Zusammenzug. Er lebte in Berlin, ich in Hildesheim und wir waren das Pendeln mehr als leid. Doch bevor all dies losging wollte ich noch einmal mit meiner besten Freundin Urlaub machen.

Und damit ging eigentlich alles los: Es sollte nach Gran Canaria gehen. 2 Wochen Sonne, Strand und Meer. Außerdem kannte ich in Gran Canaria einen Verein, den ich unbedingt vor Ort besuchen wollte: SOS Hunde Gran Canaria e.V.

Schon als ich meinen Fuß dort auf das Gelände setzte traf es mich wie der Blitz. Es war Liebe auf den ersten Blick. Wie ein kleiner Teufel sprang Hook über die Bauzäune der Anlage. Rückblickend hätte bei mir die ein oder andere Alarmglocke anspringen sollen. Wie dem auch sei: Keine Stunde später machten wir unseren Spaziergang. Hook lief wie Butter an der Leine. Ich war hin und hergerissen. Was mache ich nun mit dieser Fellnase? Den Moment genießen und hierlassen oder doch direkt mitnehmen?

Mein Freund und ich hatten zwar in der Vergangenheit über einen zweiten Hund gesprochen aber: Immerhin standen viele Veränderungen vor uns und unsere derzeitige Wilma war ja auch nicht immer einfach.

Sabine meinte ich soll mir keinen Druck machen. Ich müsse nicht auf Biegen und Brechen entscheiden. Hook könne ja auch hier bleiben und später nach Deutschland reisen.

Drei Tage vor Abreise war mir aber klar, dass ich diese Insel nicht ohne Hook verlassen werde.

Unser erstes Zusammensein

Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie unser gemeinsames Leben von da an ablief: Alter Hund, neuer Hund, Zusammenzug, chaotisch!

Die Hunde haben sich von Tag eins geliebt. Dennoch hatte Hook Probleme damit alleine zu sein. Wilma konnte Hook am Anfang nicht genug Sicherheit geben damit er ohne Menschen bleiben konnte. Also habe ich mit den Hunden Entspannungsübungen und Beziehungsaufbau betrieben.

Dann kam der Umzug und in der neuen Bleibe war dieses Problem wie vergessen. Wir hatten dort ein Hundezimmer in dem die Hunde, wenn wir arbeiten waren, ihren Raum hatten. Alles lief super und ich war heilfroh eine Baustelle weniger zu haben.

Im Juni 2019 kam unsere Tochter zur Welt. Die Hunde haben sie sofort gut angenommen.

Aber das Glück sollte nicht lange anhalten. Wilma hatte Epilepsie und war seit 4 Jahren Anfallsfrei. Im Oktober begann sie wie aus dem Nichts wieder an zu krampfen. Von da an konnten wir die beiden Hunden nicht mehr miteinander alleine lassen. Und dann war da noch unser geliebter Säugling, der seine Mama braucht.

An diesem Punkt war alles zu viel. Freunde boten sich immer wieder an, uns mit Hook unter die Arme zu greifen aber unterm Strich war das leider nicht genug.

Und dann kam Dogsharing

Gott sei Dank fand ich Dogsharing. Ein Bekannter hatte mir die Seite vorgeschlagen. Prompt legte ich ein Profil für Hook und mich an. Zugegeben, die Hoffnung war am Anfang ziemlich klein. Wer interessiert sich schon für einen Sharing-Hund, der nicht alleine bleiben kann? Ja, Hook ist ein bezaubernder Hund. Er liebt Menschen, ist sanft und liebevoll, kann aber auch ein echter Sturkopf sein. Er hatte es als “Zweithund” auch nicht immer leicht. Deshalb sah ich ihm seine Macken mit Einfachheit nach. Dennoch brauchte ich Hilfe.

Am Anfang schien die Sache hoffnungslos. Leider musste ich meine geliebte Wilma Anfang November über die Regenbrücke gehen lassen. So arrangierte ich mich neu mit Hook. Wirklich glücklich waren wir aber alle nicht.

Zu allem Übel kam dann noch Corona. Das Thema Dogsharing hatte ich zu diesem Zeitpunkt gedanklich schon ad-acta gelegt aber dann passierte es: Ich bekam eine Anfrage. Sie kam von Nina und ihrer Familie. Diese bestand aus: Mama Nina, Papa und zwei Kinder im Alter von 7 und 10. Der Kontakt war so herzlich! Es war, als würde man sich schon lange kennen. Durch die Schulschließung und das Homeoffice hatte sich die Familie wieder dem Thema Hund angenommen. Ein eigener sollte es aber erst einmal nicht werden. Sie hatte schon Erfahrungen mit Gassi-Hunden aber möchte gerne einen, der länger bleibt. Das passte perfekt!

Nachdem wir unser Treffen coronabedingt immer wieder aufschieben mussten, trafen wir uns im März (natürlich mich Sicherheitsabstand) und lernten uns kennen. Ninas Tochter hatte an diesem Tag ihren 11. Geburtstag und sich dieses Treffen für diesen Tag gewünscht. So gingen wir an diesem Märztag gemeinsam spazieren und entschlossen uns spontan dazu, daraus die erste Probeübernachtung für Hook zu machen.

Letztendlich machte Hook 3 Tage Urlaub mit Ninas Familie im Berliner Umland – mit eigenem Garten! Er war so selig und entspannt, als ich ihn abholte und die Familie schwärmte in höchsten Tönen von ihm. Für mich war die Sache klar: Wir haben uns gefunden. Es passte einfach alles, die Vorstellung wie wir uns den Hund teilen und auch das Menschliche.

Hook besucht nun in regelmäßigen Abständen seine zweite Familie. Wir gestalten den Aufenthalt immer spontan, von 2 bis 14 Tagen oder sogar länger. So wie es eben für alle passt.

Mein Fazit zu Dogsharing

Ich habe dank Dogsharing einen total ausgelasteten, entspannten und rundum glücklichen Hund. Und auch wir Menschen profitieren davon. Ich habe Freunde gewonnen und Dank ihnen eine neue Sichtweise auf meinen Hund.

Und: Natürlich habe ich so auch mehr Luft für mich und meine Familie. Ich liebe dieses Konzept und kann es nur jedem ans Herz legen, der mit sich hadert. Es ist die perfekte Lösung, wenn das Leben mal nicht so läuft und man das Gefühl hat, dem Hund nicht mehr gerecht zu werden. Ich glaube Dogsharing hat wirklich das Potential vielen Hunden die Abgabe in ein Tierheim oder ähnliches zu ersparen. DANKE!

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